Bedingungsloses Grundeinkommen

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PERSPEKTIVEN 23.10.07


Der ARGE-Tisch

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Bunte Grüße vom Clown Jacki, Fachmensch fürs Leben und mehr

Vier Jahre lang. Vier lange, sehr lange Jahre lang. Saßest Du, Herr Meider, vor mir. Und es waren nicht unsere besten. Das kann man wahrlich nicht sagen. Du zogst eine Miene, die war zum Davonlaufen. Aber leider gab mir Gott nur zwei Standbeine. Ich bin ein Schreibtisch im Dienst des Staates. Ein verbeamteter Schreibtisch. Ich wollte mich manchmal aus dieser kleinen Bürokiste wegbeamen. Aber auch das liegt nicht in meiner Macht. So muss ich Deine traurige Visage tag ein tag aus ertragen. Wohl oder übel.

Ich hätte Dir über all die Zeit zu schreien wollen: „Mach etwas aus Deinem Leben. Steh auf, räum Dein Fach auf, sag Deinem Chef, ich nehme bis in alle Ewigkeit unbezahlten Urlaub. Dazu einen Deiner typischen feucht-kalten Handschläge, brrrr und dann hätte er Dich von hinten gesehen. Dann hättest Du Deinen Traum wahr gemacht. Aber stattdessen: Du quälst Dich, mich und Deine Kunden. Kunden, welch ein Wort. Das klingt nach König. Aber sie sind die Bettler. Und Du? Du verlangst alles von ihnen. Das Unmögliche. Sie sind geschunden vom Schicksal, vom Arbeitsmarkt. Und es ist DEIN Auftrag, sie zu vermitteln, sie zu irgendwelchen Fortbildungsmaßnahmen oder zu einer Stelle als Activ-Jobber zu schicken. Du entmündigst sie, Du entledigst sie ihrer Eigenverantwortung. Und das Ganze bringt Dir auch noch nicht einmal ein Fünkchen Spaß. Jeden Morgen musst Du Dein Allerweltslächeln aufsetzen. Bitte nicht mehr als unbedingt notwendig. Meistens sogar noch viel weniger als dieses.

Dein Ton ist emotionslos. Du bist der Pragmatiker vor dem Herrn. Du arbeitest Punkt für Punkt ab. Du hörst Deinem Gegenüber nicht wirklich zu. Du drängst ihm Deine Sicht oder die Deines Auftragsgebers auf. Deine Einfühlsamkeit hast Du eingemottet.

Du hast für Dich den Traum abgeschrieben, Dein Leben mit Freude zu füllen. Du füllst es stattdessen mit gähnender Leere an. Bis zum Anschlag. Bis nichts mehr rein geht. Freude ade, Freunde schon lange. Bei all dem hast Du Dich so abstumpfen lassen, dass Du das unklare Gefühl hast, du seiest froh. Auf Deiner Bürokisten-Tür müsste ein Warnschild angebracht sein: „Achtung, lebender Toter!” Du hast einen Job. Einen Broterwerb. Ein Einkommen. Die auf der anderen Seite haben… ein „geliehenes” Einkommen. Almosen. Sie stehen in der Pflicht. Nicht in der Pflicht, das Beste aus ihrem Leben zu machen, sondern Geld zu verdienen. Sie sollen sich verdingen. „Alle Anderen arbeiten auch. Warum dann nicht dieses faule Pack?” Mit diesem Motto impfst Du jeden Morgen Dein lustloses Gehirn. Dieses rückt mechanisch Deinen toten Körper auf Deinem Hochsitz in eine angemessene Position. Jeden Morgen aufs Neue in die alte Ausrichtung.

Und ich? Ich wäre lieber ein Schultisch, auf dem herum gekritzelt wird. Der einen Korb unter der Tischfläche hat, in dem sich so einiges Interessantes verbirgt. Unter der linken Ecke klebt ein ausgelutschtes Kaugummi. Oder sind die heutigen Schüler sauberer? Auf mir steht nicht mal eine Vase, kein Foto von Deiner Frau. Vielleicht ist sie Dir ja weggelaufen. Findet überall einen begeisterungsfähigeren Mann als dich. Hat die Kinder mitgenommen. Sie meint sicherlich, dass Deine fade Ausstrahlung den Kindern nicht gut tut. Recht hat sie. Wie Recht sie hat. Sie konnte nichts mit dem System anfangen, für das Du arbeitest. Konnte den Selbstbetrug von Dir nicht ertragen. Aber ich, ich muß es.

Ich will hier raus. Wer entführt mich endlich?

Raussssssssss! Helft mir biiiiiiiiiiiiiiiiiittttteeee!


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