Welcome the future!

Verfasst von Redaktion (SPR) am 7. März 2010 | Journal

JOURNAL • März 2010

Von Erika Reglin

Das viel beschworene Normalarbeitsverhältnis

Es wird sich bald im Museum bestaunen lassen. Von einer modernen Zivilisation, die sich bestätigt, dass die Politik des auslaufenden 20. Jahrhunderts ihrem eigenen Fortschritt hinterherlief.

Das Normalarbeitsverhältnis ist defakto nicht mehr haltbar – es ist heute schon Fiktion. Sowohl in der Ökonomie als auch in einer Gesellschaft, die sich derartig drastisch gewandelt hat und deren Bedürfnisse – aufgrund eines sich verändernden Arbeitsmarktes – komplett andere sind als noch in den 70er oder 80er Jahren. Das institutionelle Gefüge der Regulierung des Erwerbssystems – also das heutigen Sozial- und Steuersystem – versucht Normalarbeitsverhältnisse mit heißblütigen öffentlichen Debatten zu konstruieren, während doch bereits längst klar ist: Dies ist keine Normalität mehr, sondern das nicht Loslassenwollen einer Vergangenheit.

Warum sollen wir zu einem solchen Normalarbeitsverhältnis also zurückkehren wollen sollen, wie es in der Bundespolitik so vehement vertreten wird? Der einzige Schluss, den man jetzt noch zulassen kann, ist: das Parlament scheint eine visionsresistente Stätte zu sein. Die Bundespolitiker fürchten um ihre Daseins-Berechtigung. Es ist irritierend.

Die Missstände sind längst aufgedeckt, analysiert, dokumentiert und mit zahlreichen guten Vorschlägen für einen zukünftigen Arbeitsmarkt versehen. Einer davon ist das bedingungslose Grundeinkommen. Das alles ist in den letzten Dekaden gewachsen, erstarkt und bricht sich nun Bahn im Willen des Volkes. (more…)

Brasilianer im Morgenland – ein persönlicher Bericht

Verfasst von Redaktion (SK) am 7. März 2010 | Netzwerk

NETZWERK

Von Iris Schöning

WBruna und Marcusir waren 30-40 Neugierige am 21. Februar, einem eisigen und glatten Sonntagmittag in der Galerie Morgenland, dem Sitz der Geschichtswerkstatt Eimsbüttel (wie passend!), einer kleinen ehemaligen Ladenwohnung im Erdgeschoss (Sillemstr., Ecke Sartoriusstr.). Sie war gut gefüllt; die Zuhörerschaft pünktlich und die Bestuhlung reichte so eben aus. Die ReferentInnen, das sympathische brasilianische Pärchen, Bruna A. Pereira  (27 J., Biologin) und Marcus V. Brancaglione dos Santos (32 J., Philosoph) von der NGO ”ReCivitas” (Ziel: Wiederbelebung der Bürgergesellschaft) stellten ihr erfolgreiches, heimatliches Projekt zum bedingungslosen Grundeinkommen (BIC = Basic Income of Citizenship) vor.

Der Beamer-Vortrag war auf 20 Minuten bemessen, hatte aber eine Echtzeit von zwei Stunden, da viele Fragen kamen, die sich, ohne störend zu wirken, immer direkt stellen ließen und auch ebenso beantwortet wurden. Sehr kurzfristig hatte eine ehrenamtliche Übersetzung aus dem Portugiesischen organisiert werden können. Die an die Wand gebeamte Vortrags-Grundlage war englisch. So lief letztlich die gesamte Veranstaltung dreisprachig ab, was zusätzliche Lebendigkeit brachte.

Der Clou: Brasilien hat das Recht auf ein Grundeinkommen bereits in seiner Verfassung verankert, aber bislang handelt es sich dabei nur um ein an Bedingungen geknüpftes Bürgergeld, genannt “Bolsa Familia”, von dessen Existenz kaum jemand weiß. Wie kamen nun Bruna, Marcus und ihre ca. 12 NGO-Kollegen auf die Idee, als Alternative zum Bolsa Familia den Versuch zu wagen, in dem kleinen Dorf Quantiga Velho, ca. 30 km von São Paolo entfernt, einfach selber das BIC einzuführen?

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Anne Will hat eingeladen und die allseits bekannten Gesichter kamen, um über Hartz IV zu sprechen

Verfasst von Redaktion (SPR) am 6. März 2010 | Journal

JOURNAL • März 2010

Von Rolf Jehring

Die Lager haben sich ausgetauscht und sich mehr oder weniger freundliche Argumente an die Köpfe geworfen. Da beklagt der eine, dass der andere mit profilneurotischem Gehabe nur eines im Sinn hat: Wachstum der Umfragewerte der eigenen Partei. Der andere unterstellt die Unfähigkeit, rechnen zu können, nach dem Motto: wer soll das bezahlen? Und dann wieder ein Detail nach dem anderen, das keinen Menschen interessiert.

So etwas wird uns, dem Volk, als politisch anspruchsvolle Unterhaltung zugemutet. Nur stellt sich jetzt, oder besser stelle ich mir die Frage: wem nützt das? Der Einfachheit halber gebe ich gleich die Antwort: Niemandem, allenfalls kurzfristig dem Sender.

Keiner, auch nicht einmal der sympathische Herr Precht, war in der Lage oder gewillt einen Vorschlag zu machen, der aus der aufgezeigten Misere herausführen könne. Wenigstens wurde dieser Umstand der politischen Hilflosigkeit thematisiert und der Begriff vom politischen Stillstand geprägt. Aber keiner stieg darauf ein.

Dabei gibt es wenigstens ein Konzept, das geeignet wäre, das Übel unserer Zeit an der Wurzel zu packen und nachhaltig zu verändern. Kommen wir also zu einer möglichen Lösung: (more…)

Schluss mit schlechten Nachrichten!

Verfasst von Redaktion (SPR) am 6. März 2010 | Journal

JOURNAL • März 2010

Von Erika Reglin

Konzentration!

Das passive Konsumieren von Katastrophenmeldungen, die mit marktschreierischen Überschriften die Titelseiten schmücken, bedient den schizophrenen Geist. Im Dachstübchen, in dem das eigene Ich sich spaltet in Engelchen und Teufelchen, verfüttern wir die schlechte Nachrichten. Hier werden sie gegessen, verdaut und kommen wo wieder heraus? Richtig: dort, wo wir mit Freunden und Kollegen am Stamm- oder Mittagstisch sitzen und uns wieder einmal gerechtfertigt über die Schlechtigkeit der Welt echauffieren. Als überaus gut informierte Bürger können wir zu allem und jedem ein Lied singen. Wir wissen bestens Bescheid. Über die unlauteren Methoden von Banken und Konzernen, aber auch über die betrügerischen Kleinkriminellen, die dem arglosen Mann auf der Straße das Geld aus der Tasche ziehen.

Es ist nichts Schlechtes, sich zu informieren. Wenn man sich doch auch mal einmal auf eine Sache konzentrieren könnte. Dem täglichen Bombardement jedoch zu entkommen und nicht mal dort und mal hier kurze Erregungsfeuer aufflammen zu lassen, indem man sich den Kopf heiß diskutiert, aber nach vollbrachtem Austausch doch nur wieder frustriert nach Hause geht, ist mitnichten eine Kunst. Manche sind gar des Diskutierens müde.

Tatsache ist: kein Mensch ist wirklich gut informiert. Wir tun alle nur so und fühlen uns überaus bestätigt, wenn findige Journalisten mal wieder irgendwo auf der Welt oder vor der eigene Haustüre etwas Nennenswertes aufgedeckt haben. Doch: wir waren nicht dabei. (more…)

 
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Hamburger Netzwerk Grundeinkommen

Das Hamburger Netzwerk besteht aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die den Gedanken des Grundeinkommens in die Öffentlichkeit tragen. Wir setzen uns überparteilich für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens ein, dessen Höhe so bemessen ist, dass es nicht nur die bloße Existenz sichert, sondern tatsächlich gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.

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Bedingungsloses Grundeinkommen?

Die Idee: Jedes Mitglied der Gesellschaft hat einen unbedingten Anspruch auf ein regelmäßiges und existenzsicherndes Einkommen. Als individueller Rechtsanspruch soll das Grundeinkommen vom Staat ausbezahlt und an keine Bedingungen geknüpft werden, weder an individuelle Bedürftigkeit noch an Arbeitsleistung oder Arbeitsbereitschaft.

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Grundeinkommenskongress 2008

Freiheit statt Vollbeschäftigung

 

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