Der Philosoph Richard David Precht befürwortet ein bedingungsloses Grundeinkommen
Hier gehts lang!

Quelle: Initiative zur Bebilderung des BGE; Design von Anton Dachauer.
Arbeit ohne Ende! Volle Beschäftigung voraus!
JOURNAL • März 2010
Von Erika Reglin

Die Vollbeschäftigung – das Schlagwort der Politik in diesem Jahrtausend
Unser Land beherbergt 82 Millionen Bundesbürger. Die Zahl der Vollbeschäftigten – also derer, die in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis stehen – liegt bei rund 27 Millionen. Zweiundachtzig minus siebenundzwanzig macht fünfundfünfzig. 55 Millionen Menschen in diesem Land existieren also jenseits der definierten Vollbeschäftigung.
Wie machen die das? Rund 5 Millionen Menschen gehen einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nach. Etwa 3,5 Millionen Menschen sind arbeitslos gemeldet. Bleiben immer noch 46,5 Millionen Menschen
Wer sind all diese Leute?
Es sind beispielsweise Selbstständige, die mit einer Zahl von rund 4,5 Millionen Tätiger zu Buche schlagen. Einen großen Anteil machen die Alten aus, sie stellen etwa 20 % der Bevölkerung, also rund 16,4 Millionen, die das 65. Lebensjahr vollendet haben. Bleiben noch etwa 25,6 Millionen Menschen, die hier noch keinen Platz gefunden haben. Dies müssen also unsere Kinder sein. Diejenigen mitgerechnet, die sich noch in Schul- oder Berufsausbildung befinden (also minderjährige und volljährige Kinder gleichermaßen). Hierzu muss man wohl auch die Personen hinzuzählen, die als “unbezahlt mithelfende Familienangehörige” bezeichnet werden und sich keiner der genannten Kategorien zuordnen lassen. Der Rest ist Statistik. (more…)
Grundeinkommen – die bessere Alternative zu Hartz IV?!
JOURNAL • Februar 2010
Von Helgo Klatt
Im Hinblick auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Hartz IV schreibt der Kölner Politikwissenschaftler und Armutsforscher Prof. Christoph Butterwegge „Dringend nötig wäre eine soziale Grundsicherung, die den Namen wirklich verdient. Sie müsste bedarfsorientiert, armutsfest und repressionsfrei sein.” Die logische Konsequenz aus dem Urteil des BVG und aus der Forderung von Prof. Butterwegge kann nur die Umstellung der Grundsicherung auf ein Grundeinkommen sein, bedingungslos für alle dauerhaft in Deutschland lebenden Menschen, ohne Bedürftigkeitsprüfung und mit einem unmittelbaren Rechtsanspruch. Es geht nicht nur darum, die Berechnung von Hartz IV nachvollziehbar zu machen, wie das BVG gefordert hat, sondern den Sozialstaat insgesamt so einfach und transparent wie möglich zu gestalten.
Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen kann jede/jeder in beliebiger Höhe dazuverdienen. Es bedarf dann keiner Mindestlöhne, keiner so genannten „Aufstocker” und keines 2. Arbeitsmarkts. Es gäbe keine Probleme mehr mit dem Lohnabstandsgebot und der Verwaltungsaufwand würde sich ganz erheblich verringern. Mann und Frau würden ungleich selbstbestimmter so viel arbeiten, wie sie nach ihrem ganz persönlichen Lebenszuschnitt arbeiten können oder möchten. Die Arbeitslosigkeit würde auf eine orts-, job- oder berufswechselbedingte Friktionsarbeitlosigkeit sinken, da die vorhandene Arbeit ohne Zwang auf alle, die (entgeltlich) arbeiten wollen, verteilt werden könnte. Es liegt doch auf der Hand: Menschen die arbeiten wollen, sind ungleich kreativer und produktiver als Menschen, die arbeiten müssen. Prof. Wolfgang Franz, als „Wirtschaftsweiser” Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, stellte jüngst fest: „Ich gehe davon aus, dass die überwiegende Mehrheit der Hartz-IV-Empfänger gerne arbeiten möchte.”








